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Sparplan-Rendite berechnen: was Ihr Depot wirklich pro Jahr bringt

Die Prozentzahl neben Ihrem Depot ist keine Jahresrendite. Mit der Liste Ihrer Käufe und einer einzigen Tabellenformel bestimmen Sie, wie viel Prozent pro Jahr Ihr Geld tatsächlich erwirtschaftet hat.

Warum die Prozentanzeige im Depot täuscht

Depotanzeige+15,3 %

Gewinn 1.100 € ÷ Einzahlungen 7.200 €

Interner Zinsfuß9,4 % p. a.

Jahresrendite der Einzahlungen

Die Depotanzeige teilt den Gewinn durch die Summe aller Einzahlungen. Sie behandelt die erste Rate aus dem Jahr 2023 genauso wie die Rate vom letzten Monat, obwohl diese kaum Zeit zum Wachsen hatte. Im Beispiel liefen 36 Raten zu 200 € ab Oktober 2023, das Depot steht im Oktober 2026 bei 8.300 €. Die Anzeige zeigt 15,3 %, geteilt durch drei Jahre wären das 5,1 %. Tatsächlich war das Geld im Schnitt nur gut 1,5 Jahre investiert, die echte Jahresrendite liegt bei rund 9,4 %.

Nach einem Teilverkauf wird die Anzeige noch ungenauer, weil viele Broker den Einstandswert nach FIFO neu berechnen und realisierte Gewinne aus der Rechnung fallen. Auch Ausschüttungen, die aufs Verrechnungskonto gehen, fehlen in der Prozentzahl.

Schnelle Rechnung: Rendite mit dem Sparplanrechner bestimmen

Lief der Sparplan mit gleichbleibender Rate und ohne Verkäufe, brauchen Sie keine Tabelle. Im Sparplanrechner auf der Startseite wählen Sie das Rechenziel Rendite, tragen Rate, Laufzeit und den heutigen Depotwert als Ziel ein. Der Rechner sucht den Jahreszins, der genau diesen Endwert ergibt. Die Tabelle zeigt, wie stark das Ergebnis vom Depotwert abhängt: 300 € mehr oder weniger verschieben die Rendite bei drei Jahren Laufzeit um 2 bis 3 Prozentpunkte.

36 Raten zu 200 €, Einzahlungen 7.200 €
Depotwert heuteRendite p. a.
7.900 €6,1 %
8.000 €7,0 %
8.300 €9,4 %
8.600 €11,9 %

Faustformel ohne Rechner: Gewinn ÷ Einzahlungen ÷ mittlere Anlagedauer. Im Beispiel 15,3 % ÷ 1,5 Jahre ≈ 10 %, die Formel überschätzt bei hohen Renditen leicht. Bei geänderten Raten, Pausen oder Sonderzahlungen hilft nur die Tabellenrechnung.

Umsätze aus dem Depot exportieren

Für die genaue Berechnung brauchen Sie jede Zahlung mit Datum und Betrag. Die meisten Broker bieten in der Transaktions- oder Umsatzübersicht einen CSV-Export an, sonst helfen die Wertpapierabrechnungen im Postfach. Nehmen Sie die Depotumsätze, nicht die Gutschriften auf dem Verrechnungskonto: Entscheidend ist, wann das Geld tatsächlich in Fondsanteile geflossen ist.

Bei mehreren Depots oder nach einem Depotwechsel führen Sie die Umsätze aller Depots in einer Liste zusammen. Übertragene Anteile zählen mit dem ursprünglichen Kaufdatum und Kaufbetrag, nicht mit dem Datum des Übertrags. Kostenlose Depot-Tracker wie Portfolio Performance lesen die Abrechnungen vieler Broker ein und rechnen den internen Zinsfuß automatisch.

  1. Im Depot die Umsätze oder Transaktionen für den gesamten Zeitraum öffnen
  2. Als CSV oder Excel exportieren; bei langen Zeiträumen jahresweise
  3. Nur Spalten für Ausführungsdatum und Gesamtbetrag behalten
  4. Datumsformat prüfen: Die Tabelle muss die Spalte als Datum erkennen, nicht als Text
  5. Kaufbeträge mit Minuszeichen versehen
  6. Unten den heutigen Depotwert mit heutigem Datum als positive Zahl eintragen

Rendite aus Ihren Umsätzen berechnen

Fügen Sie Datum und Betrag aus dem Export ein, eine Zahlung je Zeile, Käufe mit Minus. Der Rechner rechnet taggenau wie XINTZINSFUSS. Vorausgefüllt ist das Beispiel von oben: 36 Raten zu 200 € und 8.300 € Depotwert am 1. Oktober 2026.

Käufe mit Minus, Gutschriften wie Ausschüttungen oder Verkaufserlöse ohne Minus. Spalten aus dem CSV-Export können Sie direkt einfügen.
€

Rendite pro Jahr

Geldgewichtete Rendite (interner Zinsfuß), taggenau wie XINTZINSFUSS. Die Berechnung läuft nur in Ihrem Browser.

XINTZINSFUSS in Excel, XIRR in Google Sheets

Beispiel: Spalte A Datum, Spalte B Betrag
ZeileAB
201.10.2023-200
301.11.2023-200
………
3701.09.2026-200
3801.10.20268300
Excel, deutsch: =XINTZINSFUSS(B2:B38;A2:A38)Excel, englisch: =XIRR(B2:B38,A2:A38)Google Sheets: =XIRR(B2:B38;A2:A38)LibreOffice Calc: =XINTZINSFUSS(B2:B38;A2:A38)

Die Funktion sucht den einen Jahreszins, bei dem der Barwert aller Zahlungen genau null ergibt. Sie rechnet taggenau mit den echten Abständen zwischen den Daten, deshalb sind unregelmäßige Raten, Pausen und Sonderzahlungen kein Problem. Das Ergebnis ist eine effektive Rendite pro Jahr und als Prozent zu formatieren. Die Funktion IKV bzw. IRR ohne X ist ungeeignet, weil sie gleiche Abstände zwischen allen Zahlungen annimmt.

Geldgewichtete und zeitgewichtete Rendite

Der interne Zinsfuß ist eine geldgewichtete Rendite: Er misst, was Ihr Geld verdient hat, einschließlich der Zeitpunkte, an denen Sie eingezahlt haben. Die zeitgewichtete Rendite rechnet Ein- und Auszahlungen heraus und misst nur die Entwicklung des Fonds. Factsheets und Indexvergleiche zeigen die zeitgewichtete Rendite, deshalb passt Ihr Ergebnis oft nicht dazu. Beide Zahlen sind richtig, sie beantworten unterschiedliche Fragen: Wie gut war mein Sparplan, und wie gut war der Fonds.

1.000 € zu Beginn von Jahr 1 und Jahr 2, Fonds −20 % und dann +30 %
KennzahlMisstErgebnis p. a.
Zeitgewichtet (TWR)Entwicklung des Fonds1,98 %
Geldgewichtet (IRR)Ergebnis Ihres Geldes10,93 %

Die zweite Rate wurde nach dem Einbruch günstig gekauft und profitierte voll vom Anstieg. Der Fonds selbst lag nach zwei Jahren nur 4 % im Plus, Ihr Depot mit 2.340 € dagegen 17 %. In fallenden Märkten nach großen späten Einzahlungen kehrt sich das um: Dann liegt Ihre geldgewichtete Rendite unter der des Fonds.

Ausschüttungen, Steuern und Gebühren einrechnen

Vorzeichen aus Sicht Ihres Geldbeutels

Jede Zahlung, die zwischen Ihnen und dem Depot fließt, gehört als eigene Zeile in die Liste. Was im Depot bleibt, etwa thesaurierte Erträge, automatisch wieder angelegte Ausschüttungen und die laufenden Kosten (TER), steckt bereits im Depotwert und wird nicht extra erfasst. Wer die Rendite nach Steuern wissen will, zieht vom heutigen Depotwert zusätzlich die Steuer ab, die bei einem Verkauf heute fällig wäre. Wie diese Steuer entsteht, zeigt die Seite ETF verkaufen: Steuern.

  • Sparplanausführung

    negativKaufbetrag inkl. GebührDatum der Ausführung
  • Einmalkauf oder Sonderzahlung

    negativKaufbetrag inkl. GebührDatum der Ausführung
  • Ausschüttung aufs Verrechnungskonto

    positivNetto-Gutschriftnur wenn nicht wieder angelegt
  • Steuer auf die Vorabpauschale

    negativAbbuchung im Januarfür die Rendite nach Steuern
  • Steuererstattung der Bank

    positivGutschriftetwa nach Verlustverrechnung
  • Depotgebühr vom Verrechnungskonto

    negativBelastungsbetragDatum der Belastung
  • Teilverkauf

    positivErlös nach SteuernDatum der Gutschrift
  • Aktueller Depotwert

    positivKurswert heuteletzte Zeile, heutiges Datum

Vergleich mit dem Index

Eine Rendite von 9,4 % sagt erst etwas aus, wenn Sie wissen, was ein einfacher Welt-ETF mit denselben Zahlungen gebracht hätte. Der faire Vergleich ist ein Schattendepot: dieselben Daten und Beträge, aber zum Kurs des Vergleichs-ETF. Die zeitgewichtete Indexrendite aus dem Factsheet eignet sich dafür nicht, weil sie Ihre Einzahlungszeitpunkte ignoriert.

  • Kurshistorie eines breiten ETF, etwa auf den MSCI World, für jeden Ausführungstag abrufen
  • Für jede Rate die Zahl der Anteile berechnen, die Sie damit gekauft hätten
  • Anteile summieren und mit dem heutigen Kurs bewerten
  • Mit denselben Daten und diesem Endwert einen zweiten XINTZINSFUSS berechnen

Liegt Ihre Rendite über mehrere Jahre deutlich unter dem Schattendepot, sind meist Kosten, Einzeltitel oder Umschichtungen zum falschen Zeitpunkt die Ursache. Ein Abstand von 0,1 bis 0,3 Prozentpunkten zu einem ETF auf denselben Index ist normal und entspricht ungefähr der TER.

Rendite nach Inflation

Reale Rendite = (1 + nominale Rendite) ÷ (1 + Inflation) − 1

Die gemessene Rendite ist nominal. Wie viel Kaufkraft Ihr Depot gewonnen hat, zeigt die reale Rendite. Bei 9,4 % nominal und 2,5 % Inflation im selben Zeitraum sind es (1,094 ÷ 1,025) − 1 = 6,7 % pro Jahr. Die Inflationsraten der einzelnen Jahre veröffentlicht das Statistische Bundesamt, für mehrere Jahre nehmen Sie den Durchschnitt.

Mit der echten Rendite neu planen

Die gemessene Rendite beschreibt die Vergangenheit, sie ist keine Prognose. Über drei Jahre schwankt der interne Zinsfuß eines Aktien-ETF stark, Werte zwischen −10 % und +20 % kommen vor. Für die Planung taugt er erst ab etwa zehn Jahren als Orientierung, und auch dann nur zusammen mit einer langfristigen Annahme von 5 bis 7 % für Welt-Aktien. Bei Laufzeiten unter einem Jahr rechnet die Formel kleine Gewinne auf ein ganzes Jahr hoch und liefert übertriebene Werte.

Für die neue Rechnung tragen Sie den heutigen Depotwert im Sparplanrechner auf der Startseite als Startkapital ein, dazu die aktuelle Rate und die verbleibende Laufzeit. Als Rendite setzen Sie die langfristige Annahme an, nicht die gemessene. Zeigt das Ergebnis eine Lücke zum Ziel, rechnen Sie mit dem Rechenziel Sparrate aus, wie viel mehr Sie monatlich einzahlen müssten.