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Altersvorsorgedepot berechnen: Zulagen und Endkapital ab 2027

Ab dem 1. Januar 2027 ersetzt das Altersvorsorgedepot Riester im Neugeschäft. Der Staat legt auf jeden eigenen Euro 25 bis 50 Cent dazu, dafür bleibt das Geld bis zur Rente gebunden und wird bei der Auszahlung voll versteuert. Stand der Angaben: Herbst 2026.

Grundzulage: 50 % und 25 % bis 540 €

Die Grundzulage ist zweistufig. Auf die ersten 360 € Eigenbeitrag im Jahr zahlt der Staat 50 %, also bis zu 180 €. Auf jeden weiteren Euro bis 1.800 € Eigenbeitrag kommen 25 % hinzu, höchstens weitere 360 €. Die maximale Grundzulage von 540 € erreicht, wer 1.800 € im Jahr einzahlt, also 150 € im Monat. Höhere Beiträge sind erlaubt, erhalten aber keine Zulage mehr.

Eigenbeitrag pro Jahrpro MonatGrundzulageZulage je Euro
120 €10 €60 €50 %
360 €30 €180 €50 %
1.000 €83 €340 €34 %
1.800 €150 €540 €30 %
3.000 €250 €540 €18 %

Die Zulage fließt nicht monatlich, sondern nach Ablauf des Beitragsjahres auf Antrag über den Anbieter in das Depot. Ihr Zinseszins setzt deshalb gut ein Jahr später ein. Mit einem Dauerzulagenantrag beantragt der Anbieter sie jedes Jahr automatisch.

Kinderzulage und Berufseinsteigerbonus

je kindergeldberechtigtem Kind

Kinderzulage bis 300 € im Jahr

Die Kinderzulage ist an den Kindergeldanspruch gebunden und geht an den Elternteil, der das Kindergeld erhält. Mit zwei Kindern und 1.800 € Eigenbeitrag steigt die Förderung auf bis zu 540 € + 600 € = 1.140 € im Jahr, das sind 63 Cent je eingezahltem Euro. Die Kinderzulage endet mit dem Kindergeldanspruch, spätestens mit dem 25. Geburtstag des Kindes.

Abschluss vor dem 25. Geburtstag

Berufseinsteigerbonus 200 €

Wer das Depot vor dem 25. Geburtstag eröffnet, bekommt einmalig 200 € zusätzlich. Bei 6 % Rendite vor Kosten wächst dieser Betrag in 40 Jahren auf rund 2.057 €. Ein Abschluss mit 25 oder älter erhält den Bonus nicht, auch nicht anteilig.

Mindestbeitrag 120 € im Jahr

Ohne mindestens 120 € Eigenbeitrag im Jahr gibt es keine Zulage. Die Schwelle ist niedrig: 10 € im Monat bringen bereits 60 € Förderung, eine Rendite von 50 % schon vor jeder Wertentwicklung. Der Mindestbeitrag gilt unabhängig vom Einkommen, eine Kürzung bei geringem Verdienst wie beim Riester-Mindesteigenbeitrag von 4 % des Vorjahreseinkommens ist nicht vorgesehen.

  • Bei knappem Budget erreichen 30 € im Monat die volle erste Stufe von 180 €.
  • Ab 30 € im Monat sinkt die Förderquote, jeder weitere Euro bringt 25 Cent.
  • Ein Jahr unter 120 € kostet die Zulage nur für dieses Jahr, das Depot läuft weiter.
  • Ruhen lassen ist möglich, ohne dass bereits erhaltene Zulagen verloren gehen.
  • Ein Sparplan, der mitten im Jahr startet, muss im ersten Jahr trotzdem 120 € erreichen.

Endkapital mit Zulage im Vergleich zum ETF-Depot

30 Jahre · 6 % p. a. vor Kosten
VarianteMonatlich ins DepotEndkapital mit 65Netto bei 15 % / 25 % Steuer
Altersvorsorgedepot, Kosten 1 %150 € + 45 € Zulage157.962 €134.267 € / 118.471 €
Altersvorsorgedepot, Kosten 0,3 %150 € + 45 € Zulage180.302 €153.257 € / 135.226 €
ETF-Depot ohne Förderung, Kosten 0,3 %150 €138.694 €123.321 €

Die Rechnung nimmt 1.800 € Eigenbeitrag ab 35 an, ohne Kinderzulage, mit der Zulage gleichmäßig auf zwölf Monate verteilt. In 30 Jahren zahlt der Staat 16.200 € Zulagen. Beim Altersvorsorgedepot ist die gesamte Auszahlung mit dem persönlichen Steuersatz im Ruhestand zu versteuern, im Beispiel mit 15 % oder 25 % Durchschnittssteuersatz. Beim ETF-Depot zahlen Sie nur auf den Gewinn nach Teilfreistellung 26,375 %, hier bei einem Verkauf auf einmal.

Das Ergebnis hängt vor allem an zwei Größen: den Kosten des Anbieters und dem Steuersatz im Alter. Bei günstigem Standarddepot und mittlerem Steuersatz liegt das geförderte Depot vorne. Bei Kosten am Deckel von 1 % und hohem Steuersatz im Ruhestand schrumpft der Vorsprung auf wenige tausend Euro, bei Familien mit Kinderzulage wächst er deutlich. Vorabpauschalen im ETF-Depot und Krankenkassenbeiträge sind nicht eingerechnet.

Zulage und Endkapital für Ihren Eigenbeitrag berechnen

Der Rechner ermittelt Grundzulage, Kinderzulage und Berufseinsteigerbonus aus Ihrem Beitrag und rechnet bis zum 65. Geburtstag. Daneben steht dasselbe Geld in einem freien ETF-Depot, jeweils nach Steuern.

Für die volle Grundzulage von 540 € reichen 150 € im Monat.
€ / Monat
Vor dem 25. Geburtstag gibt es einmalig 200 € Berufseinsteigerbonus.
Jahre
%
Effektivkosten laut Produktinformationsblatt. Im Standarddepot höchstens 1 %.
% p. a.
Durchschnittlicher Steuersatz auf die Auszahlungen, abhängig von gesetzlicher Rente und anderen Einkünften.
%
% p. a.

Endkapital mit 65

Vergleich: gleicher Eigenbeitrag im ETF-Depot ohne Förderung

Stand Herbst 2026 nach Gesetzentwurf. Zulage gleichmäßig auf die Monate verteilt, Einzahlung zum Monatsanfang. ETF-Depot: Steuer nur beim Verkauf auf einmal, ohne Vorabpauschalen.

Standarddepot mit Kostendeckel 1 % oder Garantieprodukt

Das Standarddepot ist ein Depot ohne Garantie, dessen Gesamtkosten höchstens 1 % des Vermögens pro Jahr betragen dürfen. Daneben sind Produkte mit 80 % oder 100 % Beitragsgarantie erlaubt. Eine Garantie zwingt den Anbieter, einen Teil des Geldes in Anleihen zu halten, was die erwartete Rendite senkt. Wie stark Kosten wirken, zeigt das Beispiel oben: 0,7 Prozentpunkte weniger Kosten bringen nach 30 Jahren 22.340 € mehr. Vergleichen Sie vor dem Abschluss die Effektivkosten im Produktinformationsblatt, nicht nur die TER der enthaltenen Fonds.

Standarddepot
  • Kostendeckel 1 % p. a.
  • Hohe Aktienquote möglich
  • Volle Kursschwankung bis zum Rentenbeginn
80 % Beitragsgarantie
  • Mindestens 80 % der Beiträge und Zulagen zu Rentenbeginn
  • Geringere Aktienquote, weniger Rendite
100 % Beitragsgarantie
  • Beiträge und Zulagen sicher
  • Bei 30 Jahren Laufzeit meist deutlich weniger Endkapital

Die Garantie gilt nur zum Rentenbeginn, nicht für den Depotstand zwischendurch. Bei Laufzeiten über 20 Jahren hat ein breit gestreutes Aktiendepot historisch in praktisch allen Zeiträumen mehr als die eingezahlten Beiträge erreicht. Eine Garantie lohnt sich eher bei kurzer Restlaufzeit, also für Sparer ab etwa 55.

Auszahlung ab 65: Auszahlplan, Kapitalteil und Steuern

Die Auszahlung beginnt frühestens mit 65 und spätestens mit 70. Zur Wahl stehen eine lebenslange Rente oder ein Auszahlplan, der mindestens bis zum 85. Geburtstag reicht. Bis zu 30 % des Kapitals dürfen zu Rentenbeginn auf einmal ausgezahlt werden. Eine Entnahme vor Rentenbeginn gilt als schädliche Verwendung, dann fordert der Staat alle Zulagen zurück.

  1. Kapital mit 65: 157.962 €
  2. 30 % Kapitalauszahlung: 47.389 €
  3. Für den Auszahlplan: 110.573 €
  4. 20 Jahre bei 3 % Rendite: 609 € im Monat brutto

Alle Auszahlungen sind sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 5 EStG und werden mit dem persönlichen Steuersatz versteuert, denn die Ansparphase war steuerfrei. Die 30 % auf einmal erhöhen das Einkommen in einem einzigen Jahr stark und damit den Steuersatz. Wer den Kapitalteil in ein Jahr mit wenig anderem Einkommen legt, etwa vor dem Beginn der gesetzlichen Rente, zahlt darauf weniger Steuer. Ein Auszahlplan nach 85 endet, wenn das Kapital verbraucht ist, eine lebenslange Rente zahlt dagegen weiter, kostet aber Rendite.

Stirbt der Sparer vor oder während der Auszahlung, geht das Restkapital an die Erben. Die Zulagen müssen dann zurückgezahlt werden, außer das Kapital wird auf einen Vorsorgevertrag des Ehe- oder eingetragenen Lebenspartners übertragen. Das zeigt die Rechnung auf der Seite Entnahmeplan berechnen in derselben Logik für ein freies Depot.

Riester-Vertrag behalten oder wechseln

Bestehende Riester-Verträge laufen unverändert weiter und erhalten weiter die Riester-Zulagen. Ein Wechsel in ein Altersvorsorgedepot ist möglich, das Kapital wird dabei ohne Steuer und ohne Rückforderung der Zulagen übertragen. Der alte Anbieter darf für den Wechsel höchstens 150 € verlangen. Abschlusskosten, die beim Riester-Vertrag in den ersten Jahren gezahlt wurden, sind allerdings verloren, beim neuen Anbieter können erneut Kosten anfallen.

  • Wechsel prüfen bei Riester-Fondssparplänen mit laufenden Kosten über 1,5 % p. a.
  • Wechsel prüfen, wenn die 100-%-Garantie den Aktienanteil auf fast null gedrückt hat
  • Wechsel prüfen, wenn noch 15 Jahre oder mehr bis zur Rente bleiben
  • Eher behalten bei alten Rentenversicherungen mit hohem Garantiezins von 2,25 % oder mehr
  • Eher behalten, wenn die Abschlusskosten gerade erst bezahlt sind und der Vertrag günstig läuft
  • Eher behalten, wenn eine garantierte Rententafel mit günstiger Lebenserwartung vereinbart ist

Vor der Entscheidung beim alten Anbieter das aktuelle Guthaben, die laufenden Kosten in Prozent und die garantierte Rente erfragen. Mit dem Guthaben als Startkapital lässt sich die Fortführung im Sparplanrechner direkt gegen das neue Depot rechnen.