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Entnahmeplan berechnen: monatliche Auszahlung aus dem Depot

Ein Entnahmeplan verkauft regelmäßig Fondsanteile für einen festen Betrag. Wie hoch dieser Betrag sein darf, hängt von drei Entscheidungen ab: ob das Kapital aufgebraucht werden soll, mit welcher Rendite Sie rechnen und ob die Auszahlung mit der Inflation steigt.

Kapitalverzehr oder Kapitalerhalt

Depot 300.000 € · 4 % p. a.

Kapitalverzehr über 25 Jahre

1.567 €

im Monat, danach ist das Depot leer

Kapitalerhalt

979 €

im Monat, die 300.000 € bleiben nominal stehen

Beim Kapitalverzehr wird das Depot bis zu einem gewählten Alter aufgebraucht. Die Rate ist eine Annuität: Jede Auszahlung enthält Ertrag und einen Teil des Kapitals, der Kapitalanteil steigt mit der Zeit. Beim Kapitalerhalt wird nur der Ertrag entnommen, der Grundstock bleibt für Erben oder als Reserve. Der Unterschied von 588 € im Monat ist der Preis dieser Reserve. Nominal erhalten heißt nicht real erhalten: Bei 2 % Inflation haben die 300.000 € nach 25 Jahren nur noch die Kaufkraft von rund 183.000 €.

Ein Mittelweg ist der Verzehr bis zu einem hohen Alter, etwa 95. Ein 65-jähriger Mann hat statistisch noch rund 18 Jahre vor sich, eine Frau rund 21 Jahre, ein großer Teil lebt aber deutlich länger. Wer mit 67 beginnt und bis 95 plant, rechnet mit 28 Jahren statt 25 und erhält eine etwas niedrigere Rate, die das Risiko eines langen Lebens abdeckt.

Entnahmeplan für Ihr Depot berechnen: Rate, Laufzeit oder Kapital

Der Rechner beantwortet drei Fragen: wie viel Sie monatlich entnehmen können, wie lange eine gewünschte Entnahme reicht und welches Depot sie braucht. Mit „Kapital erhalten“ rechnet er nur mit den Erträgen, mit der Steuerschätzung zeigt er die Nettoauszahlung im ersten Jahr.

Was möchten Sie berechnen?
€
Jahre
Rendite der gesamten Anlage in der Entnahmephase, bei 60 % Aktien eher 4 % als 6 %.
%
Zum Beispiel 2 % als Ausgleich der Inflation. Die Entnahme steigt alle 12 Monate.
%

Monatliche Entnahme

Entnahme jeweils zum Monatsanfang, effektive Monatsrendite, konstante Rendite. Laufende Fondskosten (TER) vorher von der Rendite abziehen.

Jahresübersicht
JahrEntnahme pro MonatEntnahmen im JahrDepot am Jahresende

Rendite in der Entnahmephase ansetzen

In der Entnahmephase ist eine niedrigere Rendite als in der Sparphase realistisch, weil viele Anleger einen Teil in Anleihen oder Tagesgeld umschichten. Ein Depot mit 60 % Aktien und 40 % Anleihen liegt eher bei 4 % als bei 6 %. Ein Prozentpunkt weniger Rendite senkt die monatliche Auszahlung beim Verzehr über 25 Jahre um rund 150 €, beim Kapitalerhalt um rund 240 €. Die Tabelle zeigt beides für 300.000 € Startkapital.

Rendite p. a.Verzehr 25 JahreVerzehr 30 JahreKapitalerhalt
2 %1.267 €1.104 €495 €
3 %1.413 €1.255 €738 €
4 %1.567 €1.415 €979 €
5 %1.727 €1.584 €1.217 €

Auszahlung jeweils zum Monatsanfang, effektive Monatsrendite, vor Kosten und Steuern. Laufende Fondskosten (TER) ziehen Sie vorher von der Rendite ab.

Nötiges Kapital für eine gewünschte Monatsrente

Häufig ist die Frage umgekehrt: Wie groß muss das Depot sein, um eine Rentenlücke von 1.000 € im Monat zu schließen? Die Tabelle rechnet mit 4 % Rendite. Für 1.000 € über 25 Jahre reichen rund 191.500 €, für 1.000 € ohne Kapitalverzehr sind es gut 306.000 €. Den Zielbetrag tragen Sie anschließend im Sparplanrechner auf der Startseite ein und lassen die nötige Sparrate berechnen.

Auszahlung pro MonatVerzehr 25 JahreVerzehr 30 JahreKapitalerhalt
500 €95.800 €106.000 €153.200 €
1.000 €191.500 €212.000 €306.500 €
1.500 €287.300 €318.000 €459.700 €
2.000 €383.000 €423.900 €612.900 €

Brutto vor Steuern, ohne Inflationsanpassung der Auszahlung, gerundet auf 100 €.

4-Prozent-Regel und ihre Grenzen

Erste Jahresentnahme = Depotwert × 4 %Folgejahre = Vorjahresentnahme × (1 + Inflation)

Die Regel stammt aus einer US-Studie von William Bengen aus dem Jahr 1994 und bezieht sich auf 30 Jahre Entnahme aus einem Mix aus US-Aktien und US-Anleihen. Bei 300.000 € ergibt sie 12.000 € im ersten Jahr, also 1.000 € im Monat. Danach steigt die Entnahme mit der Inflation, unabhängig von der Börse. In den historischen US-Daten hat die Regel fast immer 30 Jahre gehalten.

Für ein europäisches Depot gilt sie nur eingeschränkt: Die US-Börse war im 20. Jahrhundert eine der stärksten der Welt, Kosten und Steuern fehlen in der Studie, und viele Ruheständler planen mehr als 30 Jahre. Planer setzen deshalb oft 3 bis 3,5 % an. Eine Alternative sind flexible Regeln: Nach einem Verlustjahr fällt die Inflationsanpassung aus oder die Rate sinkt um 10 %, nach guten Jahren steigt sie. Solche Leitplanken erlauben eine höhere Startentnahme, verlangen aber Bereitschaft zu schwankenden Auszahlungen.

Entnahme jährlich an die Inflation anpassen

Eine gleichbleibende Auszahlung verliert bei 2 % Inflation in 20 Jahren ein Drittel ihrer Kaufkraft. Wer die Entnahme jedes Jahr um 2 % erhöht, braucht dafür mehr Kapital. Nach der 4-Prozent-Regel mit 300.000 € steigen 1.000 € im Monat bis zum 30. Jahr auf rund 1.776 €. Wie lange das Depot reicht, hängt dann stark an der Rendite.

300.000 €, 1.000 € im Monat im ersten Jahr, jährlich +2 %
Rendite p. a.Depot reicht
3 %28 Jahre 11 Monate
4 %34 Jahre 7 Monate
5 %45 Jahre 2 Monate

Wer die Anpassung nicht fest einplant, erhöht die Rate alle paar Jahre von Hand und prüft dabei, ob das Depot die höhere Rate noch trägt. Eine Erhöhung um die halbe Inflationsrate ist ein Kompromiss, der die Laufzeit spürbar verlängert. Auch die gesetzliche Rente steigt jährlich, der Entnahmeplan muss nur die Lücke ausgleichen.

Kurseinbruch zu Beginn der Entnahme

In der Entnahmephase zählt die Reihenfolge der Renditen. Ein Minus in den ersten Jahren zwingt dazu, viele Anteile zu niedrigen Kursen zu verkaufen. Diese Anteile fehlen bei der Erholung. Dasselbe Minus spät in der Entnahme trifft ein kleineres Depot und weniger verkaufte Anteile. In der Fachsprache heißt das Sequenzrisiko.

  • Konstant 5 % jedes Jahr

    ohne Einbruch264.205 €nach 25 Jahren
  • −25 % im 20. Jahr

    später Einbruch163.852 €nach 25 Jahren
  • −25 % im 1. Jahr

    früher Einbruch0 €leer im 25. Jahr

Startkapital 300.000 €, Entnahme 15.000 € jeweils zu Jahresbeginn, sonst 5 % Rendite p. a.

Steuern auf jede Teilentnahme

Versteuert wird nur der Gewinn, der in den verkauften Anteilen steckt, nicht die ganze Auszahlung. Wegen des FIFO-Prinzips verkauft die Bank zuerst die ältesten Anteile, die meist den höchsten Gewinn tragen. Die ersten Entnahmejahre sind deshalb steuerlich teurer als der Durchschnitt. Je Jahr bleibt der Sparerpauschbetrag von 1.000 € frei, bei Ehepaaren 2.000 €. Liegt das gesamte Einkommen im Ruhestand niedrig, holt die Günstigerprüfung einen Teil der Abgeltungsteuer zurück.

Die Kette rechnet mit einem Aktien-ETF-Depot von 300.000 €, in dem 180.000 € Einzahlungen stecken, also 40 % Gewinnanteil im Durchschnitt. Netto bleiben von 12.000 € rund 11.378 €. Auf thesaurierende ETFs fällt im Ruhestand zusätzlich weiter die Vorabpauschale an. Pflichtversicherte in der Krankenversicherung der Rentner zahlen auf Kapitalerträge keine Beiträge, freiwillig gesetzlich Versicherte dagegen schon.

  1. Entnahme im Jahr: 12.000 €
  2. Gewinnanteil 40 % = 4.800 €
  3. Teilfreistellung 30 % = 3.360 €
  4. Sparerpauschbetrag 1.000 € = 2.360 €
  5. 26,375 % = 622 € Steuer im Jahr

Cash-Puffer vor Rentenbeginn aufbauen

Ein Puffer auf dem Tagesgeldkonto verhindert, dass in einem Kurseinbruch verkauft werden muss. Üblich sind ein bis drei Jahresentnahmen, bei 1.000 € im Monat also 12.000 bis 36.000 €. Fällt der Markt, zahlen Sie aus dem Puffer und lassen das Depot unangetastet. Nach der Erholung füllen Sie den Puffer wieder aus dem Depot auf. Der Preis dafür ist eine niedrigere Rendite auf den geparkten Teil. Bei historischen Einbrüchen breiter Aktienmärkte hat die Erholung oft zwei bis fünf Jahre gedauert, in Einzelfällen länger.

  • Puffer in den letzten drei bis fünf Jahren vor Rentenbeginn schrittweise ansparen
  • In Gewinnjahren verkaufen, nicht in einem Stichtagsverkauf kurz vor der Rente
  • Tagesgeld bei einer Bank mit gesetzlicher Einlagensicherung bis 100.000 €
  • Klare Regel festlegen, ab welchem Kursrückgang aus dem Puffer gezahlt wird

Entnahmeplan beim Broker einrichten

  1. Prüfen, ob der Broker einen Entnahme- oder Auszahlplan anbietet; manche nennen ihn Verkaufsplan
  2. ETF und Betrag festlegen; verkauft werden Bruchstücke, damit die Rate genau stimmt
  3. Intervall und Ausführungstag wählen, das Geld landet auf dem Verrechnungskonto
  4. Kosten je Ausführung prüfen: Bei monatlichem Verkauf summieren sich auch kleine Gebühren
  5. Freistellungsauftrag für das Depot einrichten oder anpassen
  6. Dauerauftrag vom Verrechnungskonto auf das Girokonto einrichten
  7. Ohne Entnahmeplan beim Broker: einmal im Quartal oder Jahr manuell verkaufen und den Betrag per Dauerauftrag monatlich auszahlen
  8. Bei ausschüttenden ETFs die Ausschüttungen als Teil der Rate einplanen und nur die Differenz verkaufen

Jährlich neu rechnen und anpassen

Ein Entnahmeplan ist keine einmalige Entscheidung. Einmal im Jahr tragen Sie den aktuellen Depotwert, die verbleibende Laufzeit und die erwartete Rendite neu ein. Liegt das Depot über Plan, kann die Rate steigen. Liegt es deutlich darunter, senkt schon eine Kürzung um 5 bis 10 % für ein bis zwei Jahre das Risiko, dass das Geld zu früh aufgebraucht ist.

  • Depotwert zum gleichen Stichtag jedes Jahr ablesen
  • Restlaufzeit um ein Jahr kürzen oder das Zielalter bei guter Gesundheit nach hinten schieben
  • Rate mit der Inflation des Vorjahres abgleichen
  • Aufteilung zwischen Aktien, Anleihen und Puffer prüfen
  • Freistellungsauftrag und Steuerbescheinigung des Vorjahres kontrollieren